Archäologische Funde bestätigen die Besiedlung auf dem heutigen Stadtgebiet schon seit dem 10. Jahrhundert. Die
Besiedlungsdichte ist aber um die 13./14. Jahrhundertwende deutlich gestiegen, im Zusammenhang mit der Entstehung des
Handelshofes.
 Horschowitzer Schloß im Jahre 1900
Das Handelshof wurde später zur gotischen Festung umgebaut und befand sich auf der Stelle des heutigen, so
genannten alten Schlosses. Nach dieser Siedlung und dem Dorf Horovice begann sich das Geschlecht der Herren von Horovice
zu nennen. Zum erstenmal erscheinen mit diesem Titelzusatz Gebrüder Neostup und Habart im Jahre 1233.
Die Stadtgeschichte ist mit der Entwicklung der Herrensiedlung verbunden. Zur Stadt wurde Horovice im Jahre 1322, also nur
20 Jahre später als Beroun. Ausserhalb der Stadtmauern befanden sich damals die Burg und die Kirche. Diese Tatsache ist
auch die Ursache der späteren Zweiteinteilung der Siedlungseinheit in die Stadt Horovice und Gemeinde Velka Viska (seit dem
16. Jht.) Erst im Jahre 1919 wurde Velka Viska zu Horovice administrativ wiedereigegliedert.
In heutigem Bau des alten Schlosses kann man die Elemente der spätgotischen Burg, die am Ende des 15. Jh. aus der Festung
umgebaut wurde, analysieren. Die Ersten und nicht ganz beweisbaren Erwähnungen über die Befestigung stammen aber schon
aus den Husitenkriegen, respektive aus der Waisenbelagerung von Horovice in Jahren 1422-1430. Im Jahre 1639 wurde die
Burg von Schweden niedergebrannt und nach dem Jahr 1648 im Barockstil wiederhergestellt. Nach dem Aufbau des neuen
Schlosses am Anfang des 18. Jh verlor es definitiv die Funktion des Adelsitzes und diente es als Behausung für Angestellten und
als wirtschaftliches Hinterland. Der letzte adelige Besitzer Heinrich, Graf von Schaumburg verkaufte es im Jahre 1929 an den
Staat und seitdem ist es Wohnsitz von Vojenske lesy (Militärwälder).
Mit dem alten Schloss (Burg) hängen Namen der berühmten Adelfamilien zusammen, die ihrer Zeit hier wohnten oder das Gut
besitzten. In der ältesten Geschichte handelte sich um die Herrschaft von Zirotin (Jahrhundertwende 13./14.), ca. bis zum Jahr
1390 wurde sogar der König Vaclav IV. Schlossbesitzer, der später die nichtweitgelegene Burg Tocnik bauen lies.
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Von diesen Geschlechtern lies sich auch das Stadtwappen ableiten: eine Hälfte das Zirotins-Adlerweibchen und das
Dreiergebälk - Silber - blau - silber, die Farben der Luxemburger.
Horovice wird auch als ein drei möglichen Geburtsorten des tschechischen Königs Jiri z Podebrad erwähnt.
Als nächster Besitzer der Horovice-Herrschaft werden wenigstens die Herren von Ricany genannt. Jan Litvin z Rican gehörte
zwischen 1618-1620 zu den radikalsten Vertretern des aufständischen Adels. Beim Prager Fenstersturz, als am 23. Mai die
kaiserlichen Staathalter aus den Fenster der Prager Burg gestossen wurden, bedrohte er Jaroslav Borita von Martinic mit einer
Handfeuerwaffe und war auch einer der Vieren, die ihn aus dem Fenster warfen. In dem Fall war es kein Wunder, dass gerade
die Martinic nach der Schlacht bei Bila hora (Weissberg) Horovice konfiszierten. Im Jahre 1685, heiratete Terezie Frantiska,
Tochter des letzten Martinic von Horovice, den Grafen von Vrbno und fünf Jahre später brachte sie das Gesamtvermögen ihres
Vaters an ihn. Dadurch wurden die Adelige von Vrbno Horovice-Besitzer und anfangs des 18. Jh. entschieden sie sich für einen
Neubau des Schlosses. Damals wurde das neue Schloss im Barockstil gebaut. Das Geschlecht der Herren von Vrbno hielt es
bis zur Hälfte des 19. Jh. und sein ausgeprägter Verdienst war in der Entwicklung des Eisenhüttenwesens in der ganzen Region.
Die ausdruckvollste Persönlichkeit des Geschlechts war Graf Rudolf.
Im Jahre 1852 kaufte die Herrschaft für 2,5 Gulden Kurfürst von Hessen Friedrich Wilhelm von Hanau nur deswegen, um seine
Gemahlin Gertrud, mit der er nicht standesgemäss verheiratet war, in die Fürstenwürde zu erheben. Widersinnig wurde dann
diese Herrschaft die einzige, die dem Geschlecht Hanau nach dem verlorenem preussisch-österreichischen Krieg im Jahre 1866
noch zur Verfügung blieb. Durch den Tod des Heinrich von Hanau 1917 wurde die Horovice-Linie des Adelgeschlechtes
erloschen und das Schloss fiel dem Staat zu. Im Jahre 1922 erhob der Urenkel des Kurfürsten Heinrich, Graf von Schaumburg,
erfolgreich sein Erbanspruch auf Herrschaft und seine Familie blieb in Horovice bis zum Ende des zweiten Weltkrieges. Danach
wurde das Schloss durch Dekret des Präsidenten Benes konfisziert und bis heute ist es Staatseigentum.
 Horschowitzer Marktplatz Anfang des 20.Jh.
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